Wir haben mit einer Lehrerin über das Kinderbuch Der Wortschatz gesprochen. 

"Als ich das Buch dann genauer las, hat mich die Botschaft sofort gepackt: Dass Wörter etwas ganz Besonderes sind – Schätze, die man pflegen und wertschätzen sollte."

Wie bist du auf das Buch Der Wortschatz aufmerksam geworden? 

Ich liebe es, durch Buchhandlungen zu stöbern – das ist für mich jedes Mal wie eine kleine Schatzsuche. 
Zuhause hatte ich noch einen Gutschein liegen, den ich unbedingt in ein Kinderbuch investieren wollte – als schöne Erinnerung an mein vergangenes Jahr an einer Grundschule. 
So landete ich in der Kinderbuchabteilung und hielt viele tolle Bücher in der Hand, doch „Der Wortschatz“ war wortwörtlich ein kleiner Schatz. Schon beim Durchblättern haben mich die wunderschön illustrierten Seiten begeistert.  

Als ich das Buch dann genauer las, hat mich die Botschaft sofort gepackt: Dass Wörter etwas ganz Besonderes sind – Schätze, die man pflegen und wertschätzen sollte.
Diese Idee fand ich nicht nur inspirierend, sondern auch wunderbar geeignet für den Unterricht. Schon beim ersten Lesen hatte ich viele Ideen, wie man das Buch im Schulkontext einsetzen könnte – da war schnell klar, dass dieses Buch mit nach Hause kommt. 

Hattest du die Gelegenheit, das Kinderbuch im Unterricht einzusetzen? 

Ja, und das sogar im Rahmen eines Uniseminars. Zum „Internationalen Vorlesetag“ sollten wir Kindern eine Geschichte vorlesen – was, wo und wem, blieb uns selbst überlassen. 
Durch meinen noch bestehenden Kontakt zu einer Lehrerin aus meinem Freiwilligendienst konnte ich eine Stunde in ihrer Klasse gestalten.

Ich durfte „Der Wortschatz“ mit den Kindern lesen und anschließend darüber sprechen. 

Das war eine ganz besondere Erfahrung – sowohl für mich als auch, wie ich glaube, für die Kinder. 

Wie haben die Schülerinnen und Schüler auf die Geschichte reagiert? 

Die Kinder waren von Anfang an neugierig: „Was für einen Schatz meint der Titel wohl?“ – diese Frage stand gleich zu Beginn im Raum.
Gemeinsam haben wir zunächst das Cover betrachtet und Vermutungen gesammelt.
Dann habe ich einige Textstellen vorgelesen, während wir die Illustrationen gemeinsam angeschaut und überlegt haben, wie die Geschichte wohl weitergeht. Die Spannung und Neugier war durchgängig spürbar – die Kinder wollten unbedingt wissen, was als Nächstes passiert. 

In der anschließenden mündlichen Reflexionsrunde durften sie ihre Gedanken teilen und schließlich ihre eigenen „Wortschätze“ sammeln: inspiriert von Oscar, dem Protagonisten und Louise, der Sprachkünstlerin.
Jedes Kind durfte am Ende seinen liebsten Schatz vorstellen – das war kreativ, rührend und teilweise richtig lustig. Es war schön zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Fantasie sie sich auf das Thema eingelassen haben. 

Kostenloses Material von Meine Materialstube zum downloaden.

Was macht das Buch deiner Meinung nach so besonders? 

Die Botschaft des Buches ist für mich von großem Wert: Wörter sind Schätze.
In unserer schnelllebigen Welt gerät das oft in den Hintergrund – dabei prägen Worte unser Denken, unser Handeln und unsere Beziehungen. 
Sie können Wärme und Freude schenken, trösten und verbinden, aber auch verletzen und trennen. Jeder von uns hat schon erlebt, wie stark Sprache wirkt – im Positiven, wenn uns ein liebes Kompliment den Tag verschönert, oder im Negativen, wenn uns harte Worte treffen. „Der Wortschatz“ erinnert auf einfühlsame und kindgerechte Weise daran, wie viel Macht in Sprache steckt und wie wichtig es ist, achtsam mit ihr umzugehen. 

Gleichzeitig lädt das Buch dazu ein, mit Wörtern zu spielen und zu experimentieren – denn Sprache darf lebendig sein. 
Wir sollten keine Scheu haben, auch ungewohnte oder seltene Wörter in unseren Alltag einzubauen. Sie machen unsere Ausdrucksweise bunter, unsere Gedanken klarer und die Welt um uns herum ein Stück anschaulicher. 
Dieses Bewusstsein Kindern zu vermitteln, halte ich für unverzichtbar – denn Worte formen unsere Welt und verdienen es, wie kostbare Schätze behandelt zu werden. 

Wie schätzt du das pädagogische Begleitmaterial ein? 

Das Begleitmaterial habe ich über den QR-Code auf der Rückseite des Buches entdeckt – eine sehr praktische Lösung.
Ansonsten ist es auch auf der Seite des NordSüds Verlags zu finden. Die Materialien sind liebevoll gestaltet und bieten viele Ideen, wie man das Buch im Unterricht einsetzen kann. Besonders schätze ich, dass es nicht nur Inspirationen, sondern auch sofort einsetzbare Arbeitsblätter gibt. 

Das spart Zeit und erleichtert die Umsetzung enorm. Auch die Ergänzung um weitere Sprachen finde ich sehr gelungen – sie erweitert den Blick und ermöglicht vielseitige Einsatzmöglichkeiten, gerade in heterogenen Klassen. Insgesamt ein rundum gelungenes Begleitpaket, das das Buch perfekt ergänzt. 

Der Wortschatz zweisprachig? 

Zweisprachige Kinderbücher sind eine großartige Möglichkeit, Mehrsprachigkeit im Schulalltag zu integrieren. 
Sie fördern nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch das interkulturelle Verständnis.❤️

Wer bin ich?

Huhu, ich bin Lisa Berndt, 23 Jahre alt, und studiere im 7. Semester Grundschullehramt an der Technischen Universität Dresden. Zurzeit schreibe ich meine wissenschaftliche Arbeit für das erste Staatsexamen und freue mich darauf, im kommenden Sommer mein Referendariat zu beginnen.

Mein Hauptfach ist Deutsch, ergänzt durch die Nebenfächer Mathematik und Sachunterricht sowie das Wahlfach Werken. Schon vor meinem Studium habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr an einer Grundschule absolviert – eine Erfahrung, die meinen Wunsch, Lehrerin zu werden, noch einmal bestärkt hat. Auch während des Studiums konnte ich wertvolle Einblicke in den Schulalltag gewinnen: Zwei Jahre lang habe ich als Unterrichtsunterstützung an einer Grundschule gearbeitet und dabei viele schöne und lehrreiche Momente erlebt.