Wir haben mit einer Lehrerin über Coaching für Lehrkräfte im Referendariat gesprochen
Hey, ich bin Janine 👋
Lehrerin aus Leidenschaft, Planungs-Junkie, Mama und jemand, der ohne Bewegung und Struktur einfach nicht rund läuft. Ich bin aufgeschlossen, ehrlich, hilfsbereit, und ein bisschen eigen, wenn’s um Ordnung geht.
Kleine Beichte: Meine Wäsche hängt nur mit gleichfarbigen Klammern, und beim Essen sortiere ich gerne erst die Zutaten… ja, auch im Chili.
Ich habe Deutsch und Geschichte fürs Gymnasium studiert, mein Referendariat an einer Privatschule in Hessen gemacht und an verschiedenen Schulen unterrichtet – von der integrierten Gesamtschule bis zum Mädchengymnasium. Überall habe ich gemerkt:
Das Studium bereitet dich auf vieles vor… nur nicht auf das echte, chaotische, bunte Schulleben.
Was war deine Motivation für die Erstellung der Produkte von wie.zusammen.schule, die Lehramtsanwärtern eine große Palette an Angeboten bieten, angefangen bei einem E-Book über Modulpakete bis hin zu 1:1 Coaching?
Ich hatte damals das „Glück“, dass ich auf meinen Referendariatsplatz warten musste und in der Zeit in einem vollen TV-H-Vertrag an einer integrierten Gesamtschule beschäftigt war. In der Zeit habe ich SO viel gelernt, meine Lehrerpersönlichkeit ohne Druck finden und mich ohne Bewertung ausprobieren können. Das hat mir mein Referendariat unglaublich erleichtert. Jedoch habe ich wahrgenommen, dass es vielen meiner Mitreferendaren nicht so leicht viel und sie mit vielen verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen hatten, die nunmal nicht im Studium behandelt werden und ohne Erfahrung erdrückend erscheinen können. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Fortbildungen, die angeboten werden, einem leider nicht wirklich im Unterricht weiterhelfen.
Ich wollte etwas erschaffen, was Referendaren wirklich hilft, was sie direkt in der Praxis einsetzen und umsetzen können, sodass ihnen diese ohnehin schon herausfordernde und anstrengende Zeit ein wenig erleichtert wird.
Und so ist nach und nach mein Angebot entstanden. Natürlich auch durch zahlreiche Gespräche und Themen, die in meinen 1:1-Coachings angesprochen wurden.
Die Inhalte deiner Produkte decken Themen ab, die normalerweise im Referendariat behandelt werden. Wie würdest du die Rolle deiner Produkte beschreiben? Sind sie eher ergänzend, unterstützend oder zur Wiederholung gedacht?
Ich finde, dass sich die drei Rollen super ergänzen und alle ein wenig auf meine Produkte zutreffen. In meinem E-Book sowie Kurs/ Modulen werden häufig zuerst grundlegende Dinge wiederholt, jedoch in verständlicher Sprache und im Hinblick auf ihren Nutzen für den Unterricht. Dann findet man unglaublich viele Hilfen, Materialien, Fragen, die man unterstützend und ergänzend verwenden kann. In den Seminaren im Referendariat ist ja auch leider immer nur begrenzt Zeit, um bestimmte Themen zu besprechen, die dann jedoch als verstanden vorausgesetzt werden.
Meine Produkte greifen sehr viele Themen auf, denen man sich im Referendariat konfrontiert sieht und helfen durch konkrete Praxisbeispiele und -einsatzmöglichkeiten.
Wie schafft man es, diese Aufgaben neben einem Vollzeitjob als Lehrer zu bewältigen? Was motiviert dich dabei?
Ich bin derzeit in Elternzeit und habe in dieser Zeit damit angefangen, da mir einfach der Bezug zur Schule und meiner Arbeit gefehlt hat. Zuerst begann es mit Instagram, da ich dort aber mehr und mehr Nachfragen bekommen hatte, habe ich nach und nach meine Angebote aufgestockt, je nachdem wie es die Zeit mit einem und dann mit zwei kleinen Kindern es zuließen. Die Coachings finden immer dann statt, wenn ich für eine Betreuung sorgen kann, damit ich mich auch vollkommen auf das Coaching konzentrieren kann. ;)
Meine Motivation sind definitiv die positiven Rückmeldungen. Eine Referendarin habe ich durch das komplette Referendariat begleiten können, mit anderen habe ich Reihen oder UB-Stunden geplant. Was mich wirklich, wirklich freut, ist, wenn meine Coaches immer wieder zu mir zurückkommen, das bestätigt mich in meiner Arbeit sehr. Auch für meine anderen Angebote habe ich viel Zuspruch und positive Bestärkung bekommen, das zeigt, dass ich an den richtigen Punkten angesetzt habe und helfen kann.
Haben deine Angebote einen Bezug zu deiner eigenen Referendariatszeit? Wenn ja, in welcher Form?
Meine Angebote haben insofern einen Bezug zu meiner Referendaraitzeit, indem ich so ziemlich alle Punkte versucht habe aufzugreifen, über die ich oder meine Mitreferendare in dieser Zeit gestolpert sind. Zudem wollte ich etwas kreieren, was man zeitlich relativ unabhängig konsumieren kann. Die Coachings dauern immer eine Stunde, danach bin ich aber IMMER für Rückfragen erreichbar und antworte auch sehr zuverlässig so schnell ich kann, das kann man zeitlich im Referendariat meistens immer unterbringen. Meine anderen Angebote sind E-Books, Unterrichtsreihen, Problemfragen oder auch mein Kurs, welche alle selbsterklärend und alleine zu bewältigen sind. Dies war mir besonders wichtig, da man im Referendariat nicht immer zu jeder Zeit einen freien Kopf hat.
Wenn du dein Angebot mit drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
strukturiert, sicher, entlastend
An wen genau richten sich deine Angebote?
An StudentInnen, ReferendarInnen und BerufseinsteigerInnen vor allem, wobei mein Unterrichtsmaterial natürlich auch von erfahrenen Lehrkräften verwendet werden kann.
Im Referendariat war ich oft überfordert, manchmal frustriert und hätte mir jemanden gewünscht, der nicht nur Theorie runterbetet, sondern sagt: „Hier, so machst du’s morgen im Unterricht einfacher.“
Genau deshalb coache ich heute Lehramtsstudierende und Referendare: Ich möchte, dass du dich unterstützt fühlst, dass du konkrete Tipps bekommst und dass dir das Ref nicht die Freude am Lehrerberuf und den bereichernden Umgang mit deinen Lernenden nimmt.
Ich glaube fest daran: Lehrer müssen und sollten keine Einzelkämpfer sein. Austausch macht uns besser und glücklicher.
Mein Motto? Jeder Tag ist ein Geschenk.
Und ich will, dass du deinen als Lehrkraft mit Freude auspackst. :)